____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Zahnpasta
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Zahnpasta (auch Zahnpaste, Zahncreme oder ZahncrĂšme) ist ein pastöses oder gelartiges Pflegemittel zum Auftragen auf eine ZahnbĂŒrste, mit dem die Wirkung der Zahnreinigung erhöht wird. Zahnpasta enthĂ€lt Wirkstoffe zur zahnmedizinischen Prophylaxe von vor allem Karies (Fluoride) und Parodontitis.
Weitere Bestandteile sind Putzkörper, Schaumbildner, Netz- und Feuchthaltemittel, Geschmacks- und Aromastoffe, Konservierungsmittel sowie Farb- und Zusatzstoffe.
Contents
âą Wortherkunft
âą Geschichte
âą Inhaltsstoffe
âą Wirkstoffe
âą Herstellung
âą Streifen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Wortherkunft
Die Bezeichnung Pasta stammt aus der lateinischen Bezeichnung fĂŒr eine halbfeste Arzneizubereitung zur Ă€uĂeren Anwendung.cite-ref-1[1]
Geschichte
VorlĂ€ufer der Zahnpasta waren Zahnpulver zum Abreiben des Zahnbelages mit feinen Putzkörpern. Durch archĂ€ologische Zahnbefunde und schriftliche Quellen sind sie fĂŒr viele Kulturen nachweisbar. Die Römer benutzten den Begriff Dentifricium (âMittel zum Abreiben der ZĂ€hneâ), Plinius d. Ă. gibt auch Inhaltsstoffe an: pulverisierte und zu Asche verbrannte Knochen, Horn oder Muschelschalen, Bimsmehl, Natron, mit Myrrhe versetzt.cite-ref-2[2] Celsus empfiehlt zerriebenes Salz.cite-ref-3[3] Sogenanntes Zahnsalz wird auch heute noch als Zahnreinigungsmittel verwendet. Um 1490 verwendete man in Deutschland ein Pulver, das auf einen feuchten Leinenstreifen gestreut wurde,cite-ref-4[4] um gegen gelbe ZĂ€hne vorzugehen.
Zahnpulver des 19. Jahrhunderts enthielten als Putzkörper zum Beispiel Marmorpulver, Bims- oder Ziegelmehl, Magnesiumcarbonat, pulverisierte Eier-, Sepia- oder Austernschalen, Holzkohlenpulver und Ăhnliches. Diese Pulver wurden schon in Fabriken oder vom Apotheker gemischt und in PapiertĂŒten oder Dosen verkauft. Zum Gebrauch steckte man einen nassen Finger, ein HolzstĂ€bchen oder ein SchwĂ€mmchen in das Pulver und beförderte so die benötigte Menge in den Mund. Mit dem Finger oder einer geeigneten BĂŒrste wurden dann die ZĂ€hne âmechanisch von dem anhĂ€ngenden Schleimâcite-ref-5[5] befreit.
Ab 1824 wurde auch Seifenpulver zugesetzt, welches aber durch Luftfeuchtigkeit leicht verklumpte. Deshalb war das Putzkörper-Seifegemisch als âZahnseifeâ meistens ein Klotz, auf dem die nasse ZahnbĂŒrste so lange hin- und hergeschrubbt wurde, bis sich Schaum bildete. Alternativ gab es dĂŒnnflĂŒssige Zahnseife in Flaschen, in denen sich aber die Putzkörper unten absetzten.
Die Zahnputzmixturen enthielten notwendigerweise Geschmacksverbesserer, zum Beispiel Pfefferminzöl oder Menthol, Honig, Zucker, Veilchenöl. Schmerzstillende, antimikrobielle und entzĂŒndungshemmende ZusĂ€tze wurden ebenfalls zugesetzt, wie etwa Salbei, Kalmusöl, Nelkenöl, Kokain, SalicylsĂ€ure. Die meisten Zahnputzmittel des 19. Jahrhunderts waren zudem mit Karmin rosa bis dunkelrot eingefĂ€rbt, um dem Schönheitsideal folgend eine krĂ€ftige Farbe von Zahnfleisch und Lippen zu erzeugen.cite-ref-6[6]
Im Jahr 1850 erfand Washington W. Sheffield im Alter von 23 die weltweit erste Zahnpasta durch die Zugabe von Glycerin, die in einem kleinen Labor in New London (USA) 170 Broad Street hergestellt wurde. Zahnpasta wurde ĂŒberwiegend in Blech- oder Keramikdosen angeboten, trocknete darin aber leicht aus. Auch der Vertrieb in StannioltĂŒten war unbefriedigend, da die zur Entnahme abzuschneidende Ecke schnell durch Eintrocknen unbenutzbar wurde. Sein Sohn, Lucius Tracy Sheffield, beobachtete wĂ€hrend seines Studiums in Paris die Verwendung von zusammendrĂŒckbaren Metalltuben fĂŒr Farben und Lacke. Daraus entwickelte er 1876 die Idee, die Zahnpasta seines Vaters in solche Tuben einzufĂŒllen.cite-ref-7[7]
Ab 1887 verkaufte Carl Sarg in Wien mit groĂem Werbeaufwand seine Kalodont-Zahncreme in verschlieĂbaren Tuben, wie sie aus dem KĂŒnstlerbedarf bekannt waren und konnte so seine Marke innerhalb weniger Jahre als internationales Massenprodukt etablieren.cite-ref-8[8] Ab 1892, demnach fĂŒnf Jahre spĂ€ter, wurde erst Dr. Sheffieldâs Creme Dentifrice produziert und vertrieben. 1896 stieg die Firma Colgate ins Zahnpastatuben-GeschĂ€ft ein und baute auf dem Produkt ein Imperium auf. Um 1890 hatte Willoughby D. Miller die damals noch umstrittene Theorie aufgestellt, wonach Bakterien der Mundflora Kohlenhydrate zu SĂ€uren abbauen und Karies verursachen. Zusammen mit ihm entwickelte Newell Sill Jenkins deshalb eine Zahnpasta namens Kolynos, die erstmals Desinfizienzien enthielt. Der Name stammt aus dem Griechischen Kolyo Nosos (ÎșÏλÏÏ ÎœÏÏÎżÏ, âKrankheitsprĂ€ventionâ). Jenkins ĂŒbertrug nach 17-jĂ€hriger Entwicklungsarbeit und klinischen Studien die Herstellung und den Vertrieb an seinen Sohn Leonard A. Jenkins, der am 13. April 1908 die ersten Zahnpastatuben auf den Markt brachte. 1937 wurde Kolynos bereits in 22 LĂ€ndern produziert und in 88 LĂ€ndern verkauft. Heutzutage ist Kolynos noch vor allem im sĂŒdamerikanischen Raum und in Ungarn verbreitet. Colgate-Palmolive ĂŒbernahm das Produkt von American Home Products im Jahr 1995 zum Preis von einer Milliarde US-Dollar.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10] FĂŒr den deutschen Markt entwickelte der Dresdner Apotheker Ottomar von Mayenburg 1907 die Marke Chlorodont in wiederverschlieĂbaren Metalltuben. Er wurde damit zum fĂŒhrenden Anbieter in Europa.cite-ref-11[11]
Zahnpulver verlor seit den 1920er Jahren zunehmend seine Bedeutung. Es ist zwar nach wie vor erhÀltlich, aber hat nur noch in Asien nennenswerte Marktanteile.
Schon im 19. Jahrhundert wurde in Europa die Schutzwirkung von fluoridierten Produkten postuliert und so gab es schon um 1900 Versuche, Zahncreme durch Fluoridzusatz mit einer Kariesprophylaxe auszustatten. Eines der ersten PrĂ€parate in Deutschland war âTanagraâ, hergestellt von der Fa. Fr. Töllner in Bremen.cite-ref-12[12] Erst als nach dem Zweiten Weltkrieg die amerikanischen Fluoridforschungen in Europa bekannt wurden, eroberten fluoridierte Zahnpasten allmĂ€hlich den Markt, darunter âBiox Fluorâ der Firma Knoll, die erste Zahncreme mit Aminfluorid. Procter & Gamble brachte mit âCrestâ Mitte der 1950er Jahre die erste Zahncreme mit Zinnfluorid (âFluoristanâ) in den Handel.
In Trockenform werden Zahnputztabletten als Hygieneprodukt fĂŒr Mund und ZĂ€hne entwickelt, deren Inhaltsstoffe groĂe Ăhnlichkeit zur Zahnpasta aufweisen.
Inhaltsstoffe
Putzkörper (zum Beispiel Silikatverbindungen, SchlĂ€mmkreide oder auch Marmorpulver) entfernen zusammen mit der ZahnbĂŒrste Plaque und schĂ€dliche Bakterien von der ZahnoberflĂ€che. Sie sind vorrangig fĂŒr die positive Wirkung der Zahnpasta verantwortlich. Alle anderen ZusĂ€tze sind Hilfsmittel oder unterstĂŒtzen verschiedene Funktionen wie beispielsweise Kariesprophylaxe, Parodontoseverhinderung, erfrischende Wirkung oder Aufhellung der ZĂ€hne.
Schaumbildner (beispielsweise Natriumlaurylsulfat) unterstĂŒtzen die gleichmĂ€Ăige Verteilung der Zahncreme wĂ€hrend des Putzvorgangs. Zudem lockern sie Essensreste und ZahnbelĂ€ge auf, wodurch die Reinigungswirkung besonders an solchen Stellen verbessert wird, die mit der ZahnbĂŒrste schwer zu erreichen sind. Die abgelöste Plaque wird durch anwesende Netzmittel gebunden und kann so am Ende des Putzvorgangs leichter ausgespĂŒlt werden. Sorbitol ist ein Feuchthaltemittel und wird in vielen Zahnpasten verwendet, um diese vor dem Austrocknen zu bewahren. Zudem sorgt Sorbitol â in Kombination mit einer Vielzahl möglicher Geschmacks- und Aromastoffe â fĂŒr den frischen Geschmack.
Als aufhellender Farbstoff findet in vielen Zahncremes das weiĂe Pigment Titandioxid (INCI-Code: CI 77891) Verwendung.
Zu den Inhaltsstoffen zĂ€hlen auch geringe Anteile von Fluoriden. Fluorid wird als wichtigster Inhaltsstoff bezeichnet.cite-ref-13[13] Der regelmĂ€Ăige Gebrauch fluoridhaltiger Zahncremes hĂ€rtet den Zahnschmelz und gilt als einer der wichtigsten GrĂŒnde fĂŒr den RĂŒckgang der Karies bei Kindern und Jugendlichen (siehe auch Fluoridierung).cite-ref-14[14] Bei der Verwendung fluoridierter Zahnpasta werden am Tag von Erwachsenen etwa 0,1 mg Fluorid, von Kindern 0,2 mg verschluckt. Es wurde berechnet, dass Erwachsene 2â3 Zahnpastatuben (mit je etwa 38 mg Fluoriden) gĂ€nzlich verzehren mĂŒssten, damit es zu Vergiftungserscheinungen kommt, und ab 30 verzehrten Zahnpastatuben an einem Tag kann es zum Tod kommen. Da Fluoride aber innerhalb von etwa 10 Stunden wieder ausgeschieden werden, sind akute Vergiftungen bei normalem Gebrauch ausgeschlossen. Bei einer dauerhaft zu hohen Zufuhr von Fluoriden kann es zu einer Zahn- oder Skelettfluorose kommen, aber auch dafĂŒr mĂŒssen langfristig tĂ€glich 6â8 mg Fluoride aufgenommen werden. Hingegen gilt eine tĂ€gliche Aufnahme von 0,05 mg Fluorid pro Kilogramm Körpergewicht als optimaler Kompromiss fĂŒr die Kariesprophylaxe.cite-ref-15[15]
Triclosan ist ein antibakterieller Wirkstoff, der ZahnfleischentzĂŒndungen reduziert und deren Neuentstehung verhindern hilft. Bei der Verwendung in Mundpflegemitteln gilt Triclosan aus toxikologischer Sicht als sicher. Wegen der breiten Verwendung als Desinfektionsmittel und der damit verbundenen Gesamtexposition besteht allerdings die BefĂŒrchtung einer Resistenzausbreitung. Daher empfiehlt das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR), den Einsatz von Triclosan auf das notwendige MaĂ einzuschrĂ€nken.cite-ref-16[16]
Pyrophosphat ist eine energiereiche Phosphorverbindung, die der Mineralisation der Plaque nachhaltig entgegenwirkt und damit die Bildung von Zahnstein verhindern oder zumindest verlangsamen (Parodontalprophylaxe) hilft. Zinksalze wirken wie das Triclosan bakterizid und dadurch der Bildung von Zahnstein entgegen.
Vor der einfachen Anwendung von Zahnpasten mit besonderer Indikation (zum Beispiel bei empfindlichen ZahnhĂ€lsen, Farbablagerungen) sollte zahnĂ€rztlicher Rat eingeholt werden. Freiliegende ZahnhĂ€lse mit winzigen DentinkanĂ€len sind hĂ€ufig die Ursache fĂŒr erhöhte Empfindlichkeit gegenĂŒber WĂ€rme, KĂ€lte, SĂŒĂem oder Saurem. Kaliumverbindungen, Aminfluorid und Arginincite-ref-17[17]cite-ref-18[18] sollen diese feinen KanĂ€le verschlieĂen und einen Schutzfilm ausbilden können.
Stark abrasive Pasten werden zur Entfernung von Farbablagerungen eingesetzt, können aber freiliegenden Wurzelzement und den Zahnschmelz abreiben. Die AbrasionsfÀhigkeit wird als RDA/REA-Wert (Radioactive Dentin/Enamel Abrasion) angegeben. Je höher dieser Wert ist, desto stÀrker ist die AbrasionsfÀhigkeit.cite-ref-19[19]
Manche der Zahnpasten zugesetzten Stoffe können vereinzelt zu allergischen Reaktionen fĂŒhren. Als Verursacher kommen hierfĂŒr Geschmacks- und Aromastoffe (beispielsweise Menthol, Zimtöl, Pfefferminzöl) in Frage, auĂerdem Konservierungsmittel (zum Beispiel HydroxybenzoesĂ€ureester, Parabene). Es gibt spezielle Zahnpasten fĂŒr Allergiker. So gut wie keine Allergien sind gegen das amphotere Tensid Cocamidopropylbetain (oft in Kinderzahncremes enthalten) und andere ZusĂ€tze wie Allantoin bekannt. Bei einer bekannten Allergie gegen KorbblĂŒtler sollte von Zahnpasta mit ZusĂ€tzen aus dieser Pflanzenfamilie (wie beispielsweise Kamille) abgesehen werden. Eine neuartige Entwicklung ist die Verwendung von MilchsĂ€urebakterien als Hauptbestandteil von Zahnpasta, Lactobacillus paracasei gegen Karieserreger. Diese sind in der Lage, Kariesbakterien gezielt zu erkennen und zu entfernen.
Wirkstoffe
Zur Prophylaxe vor Zahnkaries und zur Remineralisierung des Zahnschmelzes:
âą Natriumfluorid
âą Zinnfluorid
Bei einem Test der Stiftung Warentest (Stand: Januar 2019) wurden durchweg Zahnpasten, die kein Fluorid enthalten, mit âmangelhaftâ bewertet.cite-ref-22[22] Im Oktober 2021 wurden fluoridhaltige Zahnpasten von der WHO in die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel aufgenommen.cite-ref-23[23]
Gegen Plaque und Gingivitis:
âą Chlorhexidin
âą Triclosan
âą Kunststoff-Mikroplastikcite-ref-24[24]
Gegen Zahnempfindlichkeit oft in sogenannten Sensitiv-Zahncremes enthalten:
âą Kaliumnitrat gegen Reizweiterleitungen zum Zahnnerv
âą Strontiumcarbonat (bspw. auch Strontiumacetat) zum VerschlieĂen der KanĂ€lchen auf der DentinoberflĂ€che und damit zur Schmerzlinderung â auch durch Aminfluorid möglich
⹠Zinkcarbonat-Hydroxylapatit (aussagekrÀftige Studien, die eine Wirksamkeit belegen, fehlen)cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]cite-ref-27[27]
Herstellung
Streifen
Die farbigen Streifen, die in manchen Zahnpasten vorkommen, dienen ausschlieĂlich der optischen Abhebung. Sie haben keinen Effekt auf die Reinigung der ZĂ€hne.
Gestreifte Zahnpasta entsteht auf verschiedene Art und Weise:
OberflÀchenstreifen
Diese Streifen entstehen im Ausgang, wie bei der Marke Signal. Die Ăffnung der Tube ist durch ein Röhrchen etwa zwei Zentimeter weit ins Innere der Tube hinein verlĂ€ngert. An dessen FuĂ, also zum vorderen Ende der Tube hin, befinden sich mehrere kleine Ăffnungen. Im vorderen Teil der Tube lagert die farbige Masse zur Erzeugung der Streifen. Der Rest der Tube ist mit weiĂer Zahnpasta gefĂŒllt. Beim DrĂŒcken auf die Tube presst sich die weiĂe Zahncreme durch das Röhrchen. Da der Druck sich gleichmĂ€Ăig in der Tube verteilt, wird die farbige Creme ebenfalls durch die Ăffnungen am Röhrchenende als Streifen in die weiĂe Zahncreme gedrĂŒckt.cite-ref-28[28]
Ein weiteres Verfahren zur Erzeugung von OberflĂ€chenstreifen, vornehmlich weiĂer Zahnpasta, sind kleinste, im Tubenausgang angebrachte StĂŒcke von fester Lebensmittelfarbe. Beim HerausdrĂŒcken werden die Streifen so auf den austretenden Pastastrang aufgemalt.
Tiefenstreifen
Die Zahncreme wird bereits mit Streifen abgefĂŒllt. Ăffnet man eine Zahnpastatube, so ist keine mechanische Vorrichtung an der Tubenöffnung zu erkennen. Es fĂ€llt auf, dass in der gesamten Tube bereits weiĂe sowie farbige Zahncreme verteilt sind. Hierzu wird die Tube mittels einer speziellen FĂŒlldĂŒse gefĂŒllt.
Spezielle Zahncremes
Zahncremes mit Gold
Als antimikrobieller Bestandteil bietet Gold keinen Vorteil gegenĂŒber anderen antimikrobiellen Stoffen. Zinknitrat ist als herkömmlicher antimikrobieller Bestandteil von Zahnpasta effektiver als Gold.cite-ref-29[29] Auch fĂŒr die von manchen Herstellern behauptete âregenerative Wirkung bei AnfĂ€lligkeit gegenĂŒber Karies und Parodontitisâ fehlt der wissenschaftliche Nachweis.cite-ref-30[30]
Radioaktive Zahncremes
Doramad war eine Zahncreme mit radioaktivem Wirkstoff. Sie wurde nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima 1945 vom Markt genommen.
Zahncremes mit auf Kohle basierenden Stoffen
Es sind Aktivkohlehaltige-Zahnpasten erhĂ€ltlich, die mit diversen gesundheitlichen Vorteilen beworben werden.cite-ref-warnenaktivkohle-31-0[31] So soll die enthaltene Kohle beispielsweise antibakterielle und antiinflammatorische Eigenschaften entfalten, ânatĂŒrlichâ zahnaufhellend wirken, vor Karies schĂŒtzen, zur oralen âEntgiftungâ beitragen oder Parodontalerkrankungen vorbeugen.cite-ref-pmid28599961-32-0[32]cite-ref-warnenaktivkohle-31-1[31] Es gibt jedoch hierfĂŒr keine wissenschaftliche Nachweise, die Marketingversprechen sind irrefĂŒhrend bzw. werden als âmodisches, marketingorientiertes Gimmickâ angesehen.cite-ref-warnenaktivkohle-31-2[31]cite-ref-greenwall-33-0[33]cite-ref-pmid28599961-32-1[32] Die in solchen Zahnpasten enthaltenen Inhaltsstoffe sĂ€ttigen bereits die Aktivkohle, wodurch ein Mehrwert nicht gegeben sei.cite-ref-34[34] FĂŒr die teilweise enthaltenen Inhaltsstoffe wie Bentonit-Ton oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe fehlen Daten zur Sicherheit, sie sind möglicherweise bedenklich.
Da Fluoride durch die Aktivkohle absorbiert werden, werden diese hÀufig gar nicht der Zahnpasta zugegeben.cite-ref-greenwall-33-1[33] Dadurch liegt eine erhöhte Gefahr der Kariesbildung im Vergleich zu fluoridenthaltenden traditionellen Zahnpasten vor.
Zahnpasta in den Medien
In der âZahnpastaaffĂ€reâ behauptete der deutsche Leichtathlet Dieter Baumann, nach einer positiven Dopingkontrolle im Oktober 1999, das Dopingmittel unwissentlich ĂŒber Zahnpasta aufgenommen zu haben. Der Fall wurde in den Medien aufmerksam verfolgt.cite-ref-35[35]
Literatur
âą Rolf Mahlke: Die Zahnpasta des Herrn von Mayenburg. In: Die ZahnarztWoche (DZW), 51â52, 2007, S. 18 ff. (online)
âą Wilfried Umbach (Hrsg.): Kosmetik und Hygiene von Kopf bis FuĂ. 3. Auflage. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2004, ISBN 3-527-30996-9, S. 197 ff.
Weblinks
Commons
: Zahnpasta
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Zahnpasta
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Zahnwissen-Lexikon
âą The safety of fluorine compounds in oral hygiene products for children under the age of 6 years (PDF; 332 kB) ec.europa.eu
Einzelnachweise
cite-note-11. â Paste. In: Brockhausâ Kleines Konversations-Lexikon. 5. Auflage. Band 2. Brockhaus, Leipzig 1911, S. 362 (Digitalisat. zeno.org).
cite-note-33. â Aulus Cornelius Celsus, De medicina VI.13.
cite-note-44. â Harry KĂŒhnel: Die Sachkultur bĂŒrgerlicher und patrizischer NĂŒrnberger Haushalte des SpĂ€tmittelalters und der frĂŒhen Neuzeit. In: Trude Ehlert (Hrsg.): Haushalt und Familie in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. VortrĂ€ge eines interdisziplinĂ€ren Symposions vom 6.â9. Juni 1990 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-UniversitĂ€t Bonn. Mit einem Register von Ralf Nelles. Thorbecke, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4156-X, S. 15â31, hier: S. 26â27.
cite-note-55. â Zahnpulver. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 19: WeckâZz und NachtrĂ€ge. Altenburg 1865, S. 504 (Digitalisat. zeno.org).
cite-note-66. â Dentifricium. In: Johann Nepomuk Rust: Theoretisch-praktisches Handbuch der Chirurgie. Band 5, Berlin / Wien 1831, S. 734.
cite-note-88. â Alois Brusatti: Geschichte der Unilever Ăsterreich. Himberg bei Wien 1985, S. 20 ff.
cite-note-99. â Kolynos Toothpaste and Nalgiri Cosmetics â A curious blend of Greek and Hindu. Abgerufen am 2. April 2016.
cite-note-1010. â Kerry Segrave: America Brushes Up: The Use and Marketing of Toothpaste and Toothbrushes in the Twentieth Century. McFarland, 2010, ISBN 978-0-7864-5684-0, S. 35 (google.com).
cite-note-1111. â Rolf Mahlke: Die Zahnpasta des Herrn von Mayenburg. In: Die ZahnarztWoche (DZW), 51â52, 2007, S. 18 f.
cite-note-1212. â Alfred Rohrer: Zahnpulver und MundwĂ€sser. Berlin 1910, S. 104.
cite-note-1414. â Elmar Hellwig et al.: FluoridierungsmaĂnahmen zur Kariesprophylaxe. (PDF) BundeszahnĂ€rztekammer und Deutsche Gesellschaft fĂŒr Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, MĂ€rz 2020, abgerufen am 28. Juni 2021.
cite-note-1515. â Kathrin GieĂelmann: Sind fluoridhaltige Zahnpastas toxisch? Deutsches Ărzteblatt 2024, Jahrgang 121, Heft 17, Seite A1120 vom 23. August 2024, Link
cite-note-1616. â BfR unterstĂŒtzt Verwendungsverbot von Triclosan in LebensmittelbedarfsgegenstĂ€nden (PDF; 49 kB) Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung.
cite-note-1717. â R. Cantore et al.: In situ clinical effects of new dentifrices containing 1.5% arginine and fluoride on enamel de- and remineralization and plaque metabolism. In: The Journal of Clinical Dentistry. 24 Spec no A, 2013, S. A32â44, PMID 24156138.
cite-note-1818. â Irene Petrou et al.: A breakthrough therapy for dentin hypersensitivity: how dental products containing 8% arginine and calcium carbonate work to deliver effective relief of sensitive teeth. In: The Journal of Clinical Dentistry. Band 20, Nr. 1, 2009, S. 23â31, PMID 19489189.
cite-note-1919. â Christian Sander et al.: Abrasionswerte im Vergleich. In: zm-online. 1. April 2005, abgerufen am 28. Juni 2021.
cite-note-2020. â Bernd Kerschner: Xylit gegen Karies: Nutzen gröĂtenteils unklar. In: Medizin transparent. Abgerufen am 4. Oktober 2020 (deutsch).
cite-note-2121. â SchĂŒtzen Kaugummis mit Xylit vor Karies? - Verbraucherzentrale. In: Verbraucherzentrale. 24. April 2017, abgerufen am 4. Oktober 2020.
cite-note-2222. â Zahnpasta: Die beste Zahncreme fĂŒr Ihre ZĂ€hne. Stiftung Warentest, 19. Dezember 2018; abgerufen am 3. Januar 2019.
cite-note-2323. â Fluorid ist jetzt ein unentbehrliches Arzneimittel. In: zm online. 29. Oktober 2021, abgerufen am 16. November 2021.
cite-note-2424. â Mikroplastik und andere Kunststoffe in Kosmetika. (PDF) Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland, November 2020, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 21. Februar 2014; abgerufen am 28. Juni 2021.
cite-note-2525. â Bernd Kerschner: Hydroxylapatit in Zahnpasta: Wirksamkeit nicht belegt. In: Medizin transparent. 1. Juli 2020, abgerufen am 4. Oktober 2020.
cite-note-2828. â Wie kommen die Streifen in die Zahnpasta? In: Hamburger Abendblatt, 17. Dezember 2013; abgerufen am 2. April 2016.
cite-note-2929. â Jonas JuneviÄius et al.: Antimicrobial activity of silver and gold in toothpastes: A comparative analysis. In: Stomatologija. Band 17, Nr. 1, 2015, S. 9â12, PMID 26183852.
cite-note-3030. â Zahnpasta mit Goldstaub: Luxus aus der Tube. Stiftung Warentest, 26. August 2016; abgerufen am 23. September 2016.
cite-note-warnenaktivkohle-3131. â Forscher warnen vor Zahnpasta mit Aktivkohle. In: ZahnĂ€rztliche Mitteilungen. 21. Mai 2019, abgerufen am 25. Juli 2021.
cite-note-greenwall-3333. â Linda Greenwall, Nairn H. F. Wilson: Charcoal toothpastes: what we know so far. In: pharmaceutical-journal.com. Royal Pharmaceutical Society, 13. Juli 2017, abgerufen am 6. Juni 2019 (englisch).
cite-note-3434. â Britische ZahnĂ€rzte warnen vor âschwarzem Wundermittelâ. In: ZahnĂ€rztliche Mitteilungen. 4. Dezember 2017, abgerufen am 25. Juli 2021.
cite-note-3535. â Der Fall Baumann - 20 Jahre nach der Zahnpasta-AffĂ€re. Abgerufen am 6. April 2020 (deutsch).